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Montag 27. Juli 2020 08:40Alter: 13 days

Wir sind Schweizer: Bruno Schläpfer

+ + + Solarpionier und Bio-Säuli-Bauer

Sie quieken und grunzen ohrenbetäubend. Fütterungszeit. Die Wollschweine von Bruno Schläpfer kämpfen um den besten Platz am Trog. Nicht eben zimperlich. Der Hausherr lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. In aller Gelassenheit verteilt er Äpfel aus einer Schüssel. Wenig später ist wieder Ruhe eingekehrt und die Wollschweine machen es sich in ihrem Schlammbad gemütlich. Für Bruno Schläpfer ist die Arbeit aber noch nicht getan. Nach dem Füttern geht es ans Ausmisten – wie jeden Abend. Knapp eine Stunde braucht er, um die Schweine zu versorgen. Und nochmal solang am Morgen. Dazwischen hat der Elektroingenieur bei der Ernst Schweizer AG Pionierarbeit für die Sonnenenergie geleistet. Nach 37 Jahren geht er nun in Pension und widmet sich hauptamtlich dem Hof.

 

 

 

 

Solar-Forschung im Auftrag des Bundes

Forschen, analysieren, gestalten: Das waren die treibenden Motivatoren in Bruno Schläpfers Berufsleben. Als Solarpionier hat er wichtige Daten zur Solarthermie gesammelt und auf deren Basis neue Sonnenkollektoren entwickelt. Solarenergie begeistert ihn seit dem Beginn seines Berufslebens. 1979/80 rüttelte die Erdölkrise die Weltwirtschaft durch. Bruno Schläpfer hatte gerade sein Studium abgeschlossen. Für ihn war damals schon klar: «Wir brauchen eine Alternative zu den begrenzten Erdölvorräten und der risikoreichen Atomenergie.» Am Eidgenössischen Institut für Reaktorforschung in Würenlingen erforschte er im Auftrag des Bundes die Leistung von Sonnenkollektoren. Später wollte der Bund die Solar-Forschung in die Industrie verlagern – eine Chance, die die Ernst Schweizer AG nur zu gerne nutzte.

 

Der frühere Unternehmensleiter Hans Ruedi Schweizer gehörte damals schon zu den Vorreitern in Sachen Solarenergie. Er holte Bruno Schläpfer als Projektleiter für einen Forschungsauftrag ins Unternehmen. So erarbeitete der Elektroingenieur «Praxisgerechte Regeln zur Nutzung der Sonnenenergie». Die Daten von 8 Anlagen, 6 davon auf dem Firmengelände, lieferten ihm wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Solarthermie. «Auf dieser Basis konnten wir typisches Verhalten und Gesetzmässigkeiten von den Anlagen erkennen. Begeistert hat mich vor allem, dass wir so die Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Solarthermie steigern konnten», erklärt Bruno Schläpfer. Alles für die Nachhaltigkeit. Ein Thema, das ihn auch privat antreibt.

 

Hofarbeit im Auftrag der Biodiversität
Seit 20 Jahren betreibt Bruno Schläpfer mit seiner Frau Madelaine nebenbei einen kleinen Bauernhof oberhalb von Birmensdorf. Ihr gemeinsames Ziel: die Biodiversität fördern und alte Gemüsesorten und Nutztierrassen erhalten. Dafür arbeiten sie eng mit der Stiftung ProSpecieRara zusammen. Neben den Wollsäuli halten die beiden hier auch Appenzeller Spitzhauben-Hennen. In vier Gewächshäusern wachsen ausserdem rund 40 verschiedene alte Tomatensorten. Fast eine Tonne Tomaten können die beiden jedes Jahr ernten. Der Grossteil davon geht – ebenso wie das Schweinefleisch – direkt an verschiedene Zürcher Restaurants. Die restlichen Tomaten verkaufen Bruno und Madelaine auf dem Wochenmarkt in Affoltern am Albis. Pestizide und Antibiotika kommen den beiden nicht auf den Hof. «Aber eine Bio-Zertifizierung lohnt sich für einen so kleinen Betrieb nicht», sagt Bruno Schläpfer. Immerhin war der Hof für ihn immer nur eine Nebenbeschäftigung zu seinem Beruf als Elektroingenieur bei Schweizer.  

 

 

 

«Andere gehen joggen oder ins Fitness. Der Hof und die Säuli sind mein Hobby», sagt er 67-Jährige. Früher haben auf dem Hof auch noch Gänse und Laufenten geschnattert. Allerdings nur für kurze Zeit. «Wir haben viel Lehrgeld bezahlt», sagt Bruno Schläpfer. Weder er noch seine Frau hatten landwirtschaftliche Erfahrung. Sie fügt an: «Wir hatten so eine romantische Vorstellung von den Tieren, die sich frei auf dem Hof bewegen können. Das hat uns richtig begeistert.» Leider war auch ein Fuchs begeistert. Das Ende der Gänse- und Entenzucht. Aufgeben wollten die beiden aber nicht. So haben sie ihre Erfahrungen gemacht und sich angepasst. «Wollsäuli sind deutlich robuster, da hat der Fuchs keine Chance.» 

 

Solarpreis erhalten

Erfahrungen sammeln, Schlüsse ziehen, Verbesserungen entwickeln. Genauso ist Bruno Schläpfer auch in seinem Berufsleben vorgegangen. Diese Erkenntnisse, die er in verschiedenen Forschungsprojekten gesammelt hatte, konnte er später als Teamleiter und Entwicklungsingenieur bei Schweizer nutzen. Hier hat er neue Sonnenkollektoren entwickelt und gleichzeitig konkrete Anlagen geplant. «Ich wollte immer technisch und ästhetisch gute Lösungen für unsere Kundinnen und Kunden finden.» Eins seiner schönsten Projekte wurde 1992 mit dem Solarpreis ausgezeichnet. Das Besondere an dem Geschäftshaus in Minusio: Es hat eine Metallfassade mit Sonnenkollektoren. Bruno Schläpfer und sein Team haben dafür spezielle Sonnenkollektorpaneele entworfen. Nur eine von vielen Innovationen, an denen der Ingenieur beteiligt war. Neben Sonnenkollektoren hat er auch Anlagensysteme mit den zugehörigen hydraulischen Komponenten weiterentwickelt.  

 

Gleichzeitig arbeitete Bruno Schläpfer an EDV-Hilfsmitteln, um den Einsatz von Sonnenenergie zu erleichtern. Dazu gehören Planungsinstrumente für Solaranlagen, Konfiguratoren für die einfache Auftragserfassung und -abwicklung, oder Schnittstellen zwischen eigenständiger Planungssoftware und kommerziellem EDV-System. Ein weiterer Schwerpunkt war die Fern-Überwachung von Solaranlagen sowie die Fehleranalyse. ICT-Lösungen wurden zu einem seiner Steckenpferde.

 

Zweite Karriere als ICT-Spezialist

Und dann das Pensionsalter. 2018 wurde Bruno Schläpfer 65. Doch anstatt sich pensionieren zu lassen, blieb er bei Schweizer und startete eine neue Karriere in der ICT. Dort brauchte man Unterstützung bei der Neuauflage des internen Management Systems. In dem Grossprojekt konnte Bruno Schläpfer sein EDV- Wissen nochmals nutzen. «Nach so langer Zeit fühlt man sich dem Unternehmen verbunden. Ausserdem hat die Arbeit Spass gemacht.» Nicht zuletzt hat auch hier der Umweltgedanke mitgespielt. «Durch den zusätzlichen Verdienst konnten wir uns eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonde für den Hof leisten», erklärt Bruno Schläpfer.

 

Nach eineinhalb Jahren in der ICT und insgesamt 37 Jahren bei der Ernst Schweizer AG macht Bruno Schläpfer sein Hobby nun endgültig zur Hauptbeschäftigung. «Ich freue mich, dass ich nun mehr Zeit für den Hof habe – und vor allem auch mehr Zeit für meine Frau und die Familie. Aber Schweizer bleibt ein Teil von mir», sagt er.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


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