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Donnerstag 29. Oktober 2020 07:00Alter: 35 days

«Es sind die Menschen, die mich begeistern»

+ + + Samuel Schweizer im Interview

Vor gut einem Jahr bist du in die Fussstapfen deines Vaters getreten und hast den Vorsitz der Unternehmensleitung bei der Ernst Schweizer AG übernommen. Wie war das erste Jahr für dich?

Samuel Schweizer: Sehr gut: hochspannend, aber auch herausfordernd.

 

Fangen wir bei den sehr guten, und spannenden Aspekten an: Was war dein schönster Moment in diesem ersten Jahr?

Samuel Schweizer: Die Bestätigung, dass uns der Generationenwechsel gelungen ist. Bei der Zertifizierung unseres Managementsystems haben die Auditoren das Unternehmen genau unter die Lupe genommen und sind zu diesem Schluss gekommen. Das war eines meiner persönlichen Highlights – aber es gibt noch viele weitere.

 

Zum Beispiel?

Samuel Schweizer: Kürzlich konnten wir unser neues Zentrum für die Profilbearbeitung in Betrieb nehmen: Eine hochmoderne 21-Tonnen-Maschine, die Profile bis 15,5 Meter bearbeiten kann und bisher weltweit einmalig ist. Für mich war das ein zukunftsweisender Moment. Einerseits, weil die Investition ein Bekenntnis zum Standort Hedingen ist, andererseits, weil wir damit technisch einen grossen Sprung machen. Aber auch jedes fertiggestellte Projekt und jeder Kontakt mit zufriedenen Kundinnen und Kunden ist ein toller Moment. Ganz besonders freue ich mich natürlich, dass wir trotz der Corona-Krise erfolgreich unterwegs sind. Wir durften zahlreiche tolle Aufträge übernehmen wie zum Beispiel die Sanierung und Erweiterung des Business-Centers Neuhof in Baar. Das ist eine Leistung! Ich bin stolz auf unser Team.

 

Du hast ausserdem von Herausforderungen gesprochen – welche waren das?

Samuel Schweizer: Die Corona-Krise hat uns alle überrascht. Aber wir werden diese Herausforderung gemeinsam meistern. Alle Mitarbeitenden tragen die notwendigen Massnahmen mit. Jeder und jede hat sich unter sehr schwierigen Bedingungen so stark engagiert, dass wir diese Krise sehr gut durchgestanden haben. Schwer gefallen ist mir natürlich, dass wir uns im Zuge der Restrukturierung von Mitarbeitenden trennen mussten. So etwas tut sehr weh. Leider waren diese Massnahmen notwendig. In Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern konnten wir harte Einzelschicksale abfedern.

 

Haben die Massnahmen das ergeben, was du dir erhofft hast?

Samuel Schweizer: Ja, das haben sie. Wir konnten die Kostenbasis bereits verbessern und die Risiken im Projektgeschäft reduzieren. Nicht zuletzt haben wir viele überdurchschnittlich engagierte Leute, die etwas bewegen wollen. Das ganze Unternehmen trägt die Restrukturierung sehr gut mit. Wir haben ein gemeinsames Ziel vor Augen.

 

Gibt es etwas, das du heute anders machen würdest, wenn du die Zeit um ein Jahr zurückdrehen könntest?

Samuel Schweizer: Im Nachhinein würde ich sagen, dass wir eine Zeitlang zu stark mit uns selbst beschäftigt waren. Obwohl das notwendig war, wäre ich gerne schon früher noch aktiver am Markt gewesen. Jetzt haben wir wieder neue Kraft: Wir gehen wieder mehr nach draussen, treten am Markt auf und präsentieren unsere Innovationen. Ich spüre im Unternehmen die Freude am Entwickeln, am Marketing und an der Zusammenarbeit mit den Kunden. Das ist grossartig.

 

In welche Richtung wird sich das Unternehmen nun weiterentwickeln?

Samuel Schweizer: Unser Treiber ist die Nachhaltigkeit. Mit diesem Ziel vor Augen bauen wir unsere drei Kernkompetenzen weiter aus: Gebäudehülle, Montagesysteme für Photovoltaik sowie Briefkästen und Paketboxen. Das Ziel sind klimaneutrale und smarte Gebäude. Wir bauen heute für die Generation von morgen. Innovation bleibt neben Qualität und Nachhaltigkeit ein wichtiger Unternehmenswert.

 

Wie treibt das Unternehmen Innovationen voran?

Samuel Schweizer: Innovationen entstehen nicht, wenn ein verrückter Professor allein im stillen Kämmerlein grübelt. Sie entstehen im Austausch mit Kundinnen und Kunden, mit anderen Fachleuten und Institutionen. Deshalb arbeiten wir zum Beispiel mit Hochschulen und anderen Projektpartnern zusammen.

 

Welche Innovationen darf man demnächst von Schweizer erwarten?

Samuel Schweizer: Da gibt es einige, angefangen bei einer hindernisfreien Paketbox-Lösung. Und dann wäre da noch das elektronische Namensschild: Das ist eine tolle Lösung, damit man nicht bei jedem Mieterwechsel ein neues Namensschild gravieren muss. Im Herbst bringen wir ausserdem eine neue Generation unseres rahmenlosen Schiebefensters auf den Markt. Damit setzen wir Massstäbe in Sachen Ästhetik und Handling – und das bei Topwerten in der Dämmung und im Schallschutz. Ausserdem werden wir mit einer neuen Holz/Metall-Schiebetür aufwarten – von den Leistungswerten, aber auch von der Verarbeitung her ein tolles Produkt. Schliesslich haben wir eine neue Lösung entwickelt, damit die zukunftsweisende Photovoltaik mit unseren bewährten Systemen künftig auch auf Kiesdächern montiert werden kann.

 

Seit einem Jahr stehst du der Unternehmensleitung vor – aber du bist praktisch im Familienbetrieb aufgewachsen. Wie war das für dich?

Samuel Schweizer: Relativ entspannt. Ich wurde nicht als Thronfolger herangezüchtet. Die Firma hat mich interessiert, aber sie hat in meiner Kindheit und Jugend nicht mein Leben bestimmt.

 

Die Nachfolge in der Unternehmensleitung war nie ein Thema?

Samuel Schweizer: Das Geschäft war eine Option, aber kein Zwang. Ich erinnere mich an einen prägenden Moment während meines Jus-Studiums. Ich war mit meinem Vater im Wallis wandern. Beim Abendessen im Restaurant hat er mir die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt und mich ganz offiziell und konkret angefragt, ob ich einsteigen wolle. Das war sehr eindrücklich – und fast ein bisschen feierlich. Wir haben dann vereinbart, dass ich mir für meine Entscheidung ein Jahr Zeit nehme.

 

Aber dann kam es doch anders.

Samuel Schweizer: Genau. Im Verwaltungsrat ist ein halbes Jahr später ungeplant eine Vakanz entstanden. Ich hatte mich ja schon mit meinen Optionen im Betrieb beschäftigt und fand das sehr spannend. Deshalb habe ich diese Chance gerne ergriffen.

 

Was hat dich schliesslich ins operative Geschäft gezogen?

Samuel Schweizer: Es sind die Menschen, die mich begeistern. Die Kundinnen und Kunden, für die wir uns engagieren, aber auch die Mitarbeitenden, die so viel von sich in ihre Arbeit einbringen. Wir haben tolle Leute in den verschiedenen Bereichen von der Produktion über die Entwicklung und den Verkauf bis hin zu IT und Marketing. Sie alle engagieren sich mit so viel Herzblut für unser Unternehmen. Das ist beeindruckend. Ich wollte und will gemeinsam mit ihnen etwas bewegen und die Firma weiterentwickeln. Dazu muss und will ich nah bei den Menschen sein.

 

Gab es einen bestimmten Moment, der diesen Wunsch ausgelöst hat?

Samuel Schweizer: Das war kein einzelnes Erlebnis, sondern viele zusammen. Ein Beispiel dafür ist die Paketbox. Wir hatten dieses unglaublich innovative Produkt entwickelt, aber es ist am Markt leider etwas schleppend angelaufen. In einem Team haben wir Ideen und Massnahmen entwickelt, um das voranzutreiben. Plötzlich hat sich eine gewaltige Kraft entwickelt. Das war richtig mitreissend.  

 

Auf dein erstes Jahr in der Unternehmensleitung blickst du sehr positiv zurück. Wo steht das Unternehmen nächstes Jahr?  

Samuel Schweizer: Unsere klare Vision davon, wie wir einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen legen, hat uns zu einer bevorzugten Adresse in unseren drei Kerngebieten gemacht: Gebäudehülle, Montagesysteme für Photovoltaik sowie Briefkästen und Paketboxen. Unsere wirtschaftliche Situation ist stabil, die Auftragszahlen steigen. Aber in erster Linie geht es uns nicht darum, viel zu verkaufen, sondern Sinnvolles.

 

Und wie wird die Ernst Schweizer AG aussehen, wenn du sie an deinen Nachfolger oder deine Nachfolgerin übergeben wirst?

Samuel Schweizer: Bis dahin wird sich die Welt aber auch unser Unternehmen mit Sicherheit stark verändert haben. Mit unseren Innovationen konnten wir dazu beitragen, dass der Gebäudepark in der Schweiz und in Europa nachhaltiger und smarter wird. Dafür steht der Name Schweizer – und für einen erstklassigen Service. Energieproduzierende Gebäudehüllen werden, auch dank uns, weit verbreitet sein. Und Paketboxen stehen mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie Briefkästen vor den Häusern. Sie sind die Basis für die alltägliche Logistik vor der Haustür. Mit diesen Kernkompetenzen bieten wir unseren überdurchschnittlich qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden eine sinnvolle Arbeit. Wir sind kein Weltkonzern, aber doch stetig gewachsen, auch etwas über Hedingen hinaus. Als unabhängiges Familienunternehmen werden wir aber weiterhin in Hedingen verwurzelt sein. Wenn wir das alles erreichen, haben wir alle einen guten Job gemacht.


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