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Thursday 12. August 2021 16:38Alter: 41 days

«Altersgerecht angepriesene Wohnung sollen halten, was sie versprechen»

+ + + LEA-Label im Aufwind

Als erster Hersteller von Produkten trat die Ernst Schweizer AG dem Verein LEA bei. Mit seinen rund 1000 Anforderungen für Aussenraum, Gebäude und Wohnung gehört das LEA-Label für hindernisfreies Bauen zu den umfassendsten und strengsten Gebäudestandards der Welt. Gründer und Geschäftsführer Dr. Andreas Huber erläutert, wo die Schweiz mit Blick auf das hindernisfreie und altersgerechte Bauen steht und welche Berechtigung ein Gütesiegel mit Zertifizierung für hindernisfreie und altersgerechte Wohnungen hat.

 

Herr Huber, warum braucht ein Land wie die Schweiz den Verein bzw. das Label LEA?

Andreas Huber: Im Rahmen eines Forschungsprojekts an der ETH Zürich untersuchten wir neuere Wohnmodelle für die zweite Lebenshälfte. Dabei stellten wir fest, dass eine Reihe von Mindestanforderungen des hindernisfreien Bauens in sämtlichen, notabene spezifisch für ältere Menschen konzipierten Neubauprojekten nicht erfüllt waren. Das Problem ist, dass es im Markt für Alterswohnungen keine geschützten Begriffe gibt. Die Begriffe altersgerecht oder Seniorenwohnung beispielsweise signalisieren lediglich, dass Anbieter ihre Wohnungen als geeignet für ältere Menschen einstufen. Ob sie das tatsächlich auch sind, ist damit nicht gesagt. Wenn Menschen eine als «altersgerecht» angepriesene Wohnung mieten, sollten sie auch eine Garantie haben: dass die Wohnungen halten, was sie versprechen.

 

 

Wo sehen Sie die grössten Defizite im Wohnungsbestand der Schweiz bezüglich Hindernisfreiheit?

Der Grossteil der im letzten Jahrhundert gebauten Bestandswohnungen eignet sich nur bedingt oder gar nicht für Personen, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Nun kann man einwenden, dass längst nicht alle Menschen dereinst eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl benötigen und deshalb auch nicht alle Wohnungen hindernisfrei sein müssen. Man spricht in diesem Zusammenhang vom «anpassbaren» Wohnungsbau. Dieser benötigt keine umfassende behindertengerechte Ausführung, muss aber mit einfachen baulichen Massnahmen im Bedarfsfall an individuelle Bedürfnisse angepasst werden können. Für Bestandsliegenschaften mag dieses Konzept adäquat sein. Für den Neubau halte ich es für überholt, zumal das Hauptargument der höheren Kosten einer genaueren Prüfung nicht standhält. Das hindernisfreie Bauen nach LEA-Standard macht die Gebäude nur unwesentlich teurer. Es gibt keinen Grund, weshalb man potentielle Hindernisse nicht von vornherein vermeiden soll. 

 

Das LEA-Label wird seit 2017 vergeben. Was sind Ihre ersten Erfahrungen?

Seit 2019 sind über 600 Wohnungen nach dem LEA-Standard zertifiziert worden, über 1'500 weitere befinden sich zurzeit in Entwicklung oder im Bau. Bei jährlich rund 50'000 neu erstellten Wohnungen mag das nach nicht viel klingen. Doch auch das Minergie-Label brauchte über 20 Jahre, bis es sich etabliert hatte. Der Verein ist auf jeden Fall sehr zufrieden mit der Entwicklung. Immer mehr Investoren und Bauherren verfolgen eine nachhaltige, nutzerorientierte und langfristig rentable Perspektive. Dazu gehört auch das hindernisfreie Bauen als wichtiger Teilaspekt der Nachhaltigkeit, denn nachhaltiges Bauen von Immobilien ist und bleibt eines der Top-Themen der Branche.

 

 

Welche Vorteile bringt das Label grundsätzlich und welche Anspruchsgruppen profitieren davon?

LEA steht für Wohnen in jeder Lebensphase. Die konsequente Anwendung der Grundprinzipien des hindernisfreien Bauens kommt allen Generationen zugute. Wohnungen, die von Beginn an altersgerecht – im wörtlichen Sinne von «für jedes Alter» – geplant sind, eignen sich für Familien ebenso gut wie für pflegebedürftige Personen und Menschen mit Behinderungen. Eine LEA-zertifizierte Wohnung erhöht die Aussicht, lebenslang in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Für Mieter und Eigentümer ist das LEA-Label ein verlässliches Orientierungssystem im wachsenden Markt für Alterswohnungen. 

 

Die Ernst Schweizer AG ist bis dato das einzige produzierende Mitglied des Vereins und offeriert diverse Lösungen, die zum Erhalt des Labels beitragen können. Was überzeugt Sie persönlich am meisten?

Ich kenne nicht alle Produkte von Schweizer. Doch die windura classic Nullschwelle für hindernisfreie Durchgänge bei Fenstertüren halte ich für ein sehr gutes Produkt. Bei Fenstertüren erlauben wir zwar innen und aussen bis 25 mm hohe Türschwellen, doch eine absolut schwellenlose Lösung ist natürlich besser. Auch bei den Briefkastenanlagen und den Paketboxen bietet Ernst Schweizer eine Palette innovativer Produkte an, die den Anforderungen des LEA-Standards gerecht werden.

 

 

Blicken wir noch kurz nach vorne: Wie wird sich das LEA-Label weiterentwickeln? 

Bis anhin konzentrierten wir unsere Kommunikation hauptsächlich auf die Entscheidungsträger der Immobilien- und Baubranche. Jetzt möchten wir das Label zunehmend auch unter Mietern und Käufern bekannt machen. Wenn auch von Seiten der Wohnungssuchenden eine höhere Nachfrage nach LEA-zertifizierten Wohnungen kommt, übt dies einen zusätzlichen Druck auf die Anbieter aus. Mittelfristig sollten mindestens zehn Prozent der neu erstellen Wohnungen in Gebäuden mit acht oder mehr Wohnungen den Anforderungen des LEA-Labels entsprechen. 

 

www.lea-label.ch 

https://www.ernstschweizer.ch/de/produkte/hindernisfrei-bauen.html 

 

Eine ausführlichere Version des Interviews lesen Sie im PDF.


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