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Newsdetail

Friday 16. September 2022 10:58Alter: 16 days

Wir sind Schweizer: Sara Kenel und Alicia Bartels

+ + + Zwei weibliche Lernende als Metallbaukonstrukteurinnen erzählen

Sara Kenel und Alicia Bartels erlernen bei Schweizer im ersten und dritten Lehrjahr einen technischen Beruf. Wie es dazu kam und wie sie ihren Berufsalltag erleben, erzählen sie im neusten «Wir sind Schweizer» Interview.


Sara und Alicia, schön, dass ihr bei unserer «Wir sind Schweizer» Reihe mitmacht. Mich interessiert sehr, wie es bei euch zur Berufswahl kam und warum ihr euch für einen technischen Beruf entschieden habt.


Alicia: Ich war an der Berufsmesse und sah den Stand «Metall und Du». Das hat mich angesprochen. Ich machte zwei Schnupperlehren, jeweils als Konstrukteurin und Metallbaukonstrukteurin, und durfte auch an einem Goldschmiede-Kurs teilnehmen. Metall war also schnell ein Thema. Es gab aber auch einen Gegensatz: ich schnupperte einen Tag lang in den Beruf Fachfrau Betreuung Kinder. Im Gespräch mit meinen Eltern kristallisierte sich dann aber schnell heraus, dass es mir mit dem Berufsbild Metallbaukonstrukteurin am wohlsten ist und ich dort genug Abwechslung habe. Zudem war ich in der Schule in Mathe gut und habe auch eine Stärke im Zeichnen. So fiel mir die Entscheidung nicht schwer.

 


Büro oder Werkstatt? - Beides! Alicia (links) und Sara fachsimpeln vor dem PC...

Sara: Ich ging im Betrieb schnuppern, in dem mein Vater in der Logistik arbeitet. Es ist ein Metallbauunternehmen und ich durfte mir das Berufsbild Metallbaukonstrukteurin anschauen. Mein Vater wollte dann aber, dass ich auch noch in einem anderen Metallbaubetrieb schnuppere. Da ich jemanden bei Schweizer kannte, konnte ich mir auch hier einen Eindruck verschaffen. Ich schnupperte auch als Drogistin und als Kauffrau. Das hat auch Spass gemacht, aber mich zog es doch mehr in den technischen Beruf. Ich hatte in der Schule Mathe und Geometrie gerne, Zeichnen hatte ich als Freifach. Ich denke, wenn man in diesen Fächern Stärken hat, ist man schon gut geeignet für einen technischen Beruf. 

 

... und in der Werkstatt, gemeinsam mit Robin Aschwanden (ganz links) und Cyrill Suter.

Wie reagiert euer Umfeld, wenn ihr erzählt, dass ihr in Ausbildung zur Metallbaukonstrukteurin seid?

Sara: Meist fragen sie: «Was?» oder «Was ist das?». Dieses Berufsbild ist den meisten unbekannt. Sie fragen, ob ich im Büro oder der Werkstatt arbeite. Da antworte ich immer «Beides». Die meisten fragen mich auch, wie es sich als Frau in der Werkstatt anfühlt. Ich denke, die Voraussetzung ist, dass man gut mit Männern arbeiten kann. Manchmal muss man auch «seine Frau stehen», wenn Sprüche geklopft werden. Mich amüsiert das aber eher, als dass es mich ärgert. Göschenen – Airolo (in ein Ohr rein, durchs andere wieder raus) ist da die beste Strategie. Ich nehme nicht alles so ernst, das hilft. Grundsätzlich erlebe ich meine Mitstifte aber sehr wertschätzend und hilfsbereit. Wir haben ein gutes Miteinander.

Alicia: Wenn mein Umfeld nach meinem Beruf fragt, sind die meisten der Meinung, Metallbaukonstrukteure würden nur in der Werkstatt arbeiten. Das stelle ich als Erstes klar. Die meisten finden es cool, dass ich als Frau in einem Männerberuf arbeite. Ich bin eine eher ruhige und verschlossene Person und habe es gut mit allen. Wenn dennoch Sprüche kommen, nehme ich es auf die leichte Schulter und lache mit. Aber ich kann natürlich auch «umegäh», das lernt man ja mit seinen Geschwistern (lacht). Als ich mein Praktikum in Affoltern in der Produktion machte, habe ich von männlichen Kollegen auch manchmal eine heisse Schoggi spendiert bekommen, einfach so. Das war lässig. Als Frau vernetzt man sich auch mit anderen Frauen in Männerberufen, bei Schweizer war das eine Metallbaupraktikerin EBA und die Oberstiftin, die jetzt im Geschäftsbereich Solarsysteme arbeitet.

Welche sind für euch die Highlights bei der Lehre?

Sara: Ich liebe die Abwechslung. Ich kann zeichnen, bin im Büro, in der Werkstatt, am Organisieren, immer in Bewegung. Bei uns spürt man eine grosse Offenheit, man kann seine Fragen stellen und erhält Antworten. Ich bin sehr dankbar, dass wir so einen guten Betreuer haben, Bujar Rexha unterstützt uns sehr.

Alicia: Ich finde es sehr gut, dass wir bei den Objekten, die wir konstruieren und erstellen, Abwechslung haben. Von der Türe über das Fenster, Geländer und Bänkli ist alles dabei!

Und welches sind die Herausforderungen für euch?

Alicia: Ich mag überhaupt nicht gern telefonieren. Ich gehe lieber persönlich bei jemandem vorbei. Ab und zu lässt es sich nicht vermeiden, dass ich telefonieren muss, zum Beispiel mit Statikern oder Lieferanten. Ich versuche dann, mich mit Notizen gut vorzubereiten. Zum Telefonieren muss ich mich immer sehr überwinden.

Sara: Ich bin eigentlich nicht schüchtern, aber wenn ich unbekannten Leuten einen Auftrag bringen soll, jemandem, den ich noch nicht so gut kenne, dann bin ich schon sehr zurückhaltend. Ich mag auch nicht gern telefonieren, wenn andere im Büro sind und mir zuhören können – ich fürchte, dass sie mich bewerten oder beurteilen könnten. Obwohl das wahrscheinlich gar nicht stimmt!

Wie schaltet ihr von eurem Berufsalltag und der Schule ab? Was macht ihr in eurer Freizeit, habt ihr Interessen oder Hobbies, die ihr verfolgt?

Alicia: Ich habe ein Faible für Kinder. In der Schule habe ich zwei Jahre lang den Schwimmunterricht unterstützt und einmal wöchentlich mitgeholfen. Das war natürlich ein willkommenes zusätzliches Sackgeld. 12 Franken pro Woche waren für mich damals recht viel Geld (lacht). Ich habe auch Babysitting gemacht, in meiner Gemeinde. Dazu habe ich einen Kurs absolviert. Ich habe auch einen Nothelferkurs gemacht. Ich mag es, Menschen zu unterstützen und mitzuhelfen. Inzwischen mache ich mit Kindern aber weniger, sondern verbringe meine Freizeit mit Zeichnen von Animés oder Mangas. Ich spiele auch gern Klavier und E-Keys. Im Solo, Duett oder Chor singe ich Pop-, Rock- oder Filmsongs, aber auch Kinderlieder. Lustigerweise habe ich beim Singen vor anderen überhaupt kein Lampenfieber, ganz im Gegensatz zum Telefonieren. 

Sara: Ich war schon früh im Turnverein und habe einmal in der Meitliriege eine Medaille als schnellste Säuliämtlerin bekommen. Von der Meitli- kam ich dann in die Damenriege. Komischer Name, «Damen»riege – ich bin noch so jung und fühle mich nicht als Dame (lacht)! Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich. Ich gehe zweimal wöchentlich ins Krafttraining, einmal in den Turnverein und liebe Poledance, den Tanz an der Stange. Da braucht es eine gute Koordination, Kraft und Balance und ein gutes Gefühl für Musik. Musik höre ich auch gern beim Motorradfahren. Ich habe eine 125-er Yamaha und drehe sehr gern nach Feierabend noch eine Runde «zum Abecho».

 

 

Abschalten vom Berufsalltag: Alicia liebt das Zeichnen, während Sara sich gerne aufs Motorrad schwingt.

Was würden euch die künftigen 60-jährigen Alicia und Sara für euer heutiges Leben mitgeben?

Alicia: Mein 60-jähriges Ich würde mir sagen, dass ich mir Zeit lassen soll. Nicht alles ist immer nur gut, aber es wird dann schon. Es muss nicht immer alles schnell gehen, manches muss sich erst entwickeln. Wichtig ist, dass man sich in seinem Rhythmus akzeptiert. Ich hatte in der Sek beispielsweise schlechte Noten, heute bin ich Klassenbeste! Als ich zu Schweizer kam, brachte ich fast kein Wort raus, heute bin ich viel offener geworden und darf das Team der Fassaden unterstützen. Das Leben ist im Fluss, man entwickelt sich immer weiter. Nichts bleibt gleich. 

Sara: Die 60-jährige Sara würde mir sagen, dass ich für das, was ich gernhabe, kämpfen soll, auch wenn es schwer ist. Sie würde mir raten, nicht aufzugeben und etwas für den Erfolg zu geben. So nach dem Motto «durebisse und drabliibe». Für mich war die Autotheorieprüfung so eine Knacknuss. Als ich sie bestanden habe, war ich einfach nur stolz!

Stolz dürft ihr beide auf euch sein! Ich durfte zwei selbstbewusste Persönlichkeiten mit Charakter kennenlernen, die sich im Leben gut behaupten. Alles Gute für euren weiteren Weg! Wir sind stolz, dass ihr bei Schweizer eure Ausbildung macht. Vielen Dank für die spannende Einblicke in eure Leben.

Mit den beiden Metallbaukonstrukteurinnen in Ausbildung sprach Cornelia von Dewitz.


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