Von Victor Stenz*

Unzählige Faktoren entscheiden darüber, ob ein Produkt wirklich einen Unterschied macht. Genauso existieren verschiedene Wege, um eine bewährte, im Markt bestens eingeführte und akzeptierte Lösung weiter zu optimieren. Hinter solchen Weiterentwicklungen stehen nicht nur technische Raffinesse, sondern vor allem die Fähigkeit, aus realen Bedürfnissen eine funktionierende Lösung zu formen – Schritt für Schritt.

 

Genau dort setzte er an: bei den kleinen, aber entscheidenden Stellschrauben, die bestimmen, wie zuverlässig, effizient und benutzerfreundlich ein PV-Montagesystem ist. Er – das ist Victor Stenz, Produktmanager Solarsysteme bei Schweizer. Sein Ziel war klar: das Flachdach-Montagesystem MSP in seinen Ausführungen Ost-West und Gründach auf die nächste Stufe zu heben. Dabei sollten sowohl seine Anwenderfreundlichkeit als auch Wirtschaftlichkeit gezielt weiterentwickelt werden.

Während die Vision einer zukunftsfähigen Energiewende den grossen Rahmen vorgab, prägten vor allem die konkreten Anforderungen der Partnerbetriebe sowie die Rückmeldungen des Schweizer-Vertriebsteams seine Entwicklungsarbeit. Sie bildeten laut Stenz «den Kompass, mit dem wir das Produkt Schritt für Schritt weiter verfeinerten – damit aus einer bereits sehr guten Lösung eine noch bessere wurde.»

Herausgekommen ist ein stimmiges Upgrade das Montagesystems mit einer neuen, höheren Stütze und einem innovativen, einfach zu integrierendem Kabelmanagement als Kernelemente. Auch im Bereich der Ballastfixierung und der Windabweisung erfolgten Optimierungen. Gleichzeitig blieben die tausendfach bewährten Eigenschaften wie die einfache Montage, die Blitzstromtragfähigkeit oder die geringe Lasteinwirkung erhalten. «Wir haben eine Lösung angestrebt, die für unsere Partner einfach zu handhaben ist. Im Kern setzten wir das um, was sie sich gewünscht hatten – und liessen weg, was nicht verlangt wurde“, fasst Stenz den Fokus der Weiterentwicklung zusammen.

 

Von der Inspiration…

Doch wie gestaltete sich der Prozess im Detail? Als Bild wählt der Produktmanager den Trichter: «In der ersten Phase des Prozesses suchten wir das Gespräch mit Schlüsselkunden und ich tauschte mich gleichzeitig intensiv mit unserem Vertriebsteam aus. Wir erörterten die grundsätzlichen Fragen: Was hat sich bewährt? Was lässt sich verbessern? Was könnte hinzugefügt werden? Was kann entfallen? Breit, offen und ohne Einschränkungen zu denken, war dabei entscheidend – auch Ideen, die auf den ersten Blick absurd erschienen, sollten mitgenommen werden.

Mit den Hauptanforderungen und Vorstellungen, die sowohl von den Partnern als auch intern definiert wurden, zog er sich anschliessend – bildhaft gesprochen – ins ‘stille Kämmerlein’ zurück: «Ich definierte ein vorläufiges Anforderungsprofil und holte unsere Entwicklung mit ins Boot. Im gemeinsamen Brainstorming entstanden erste Lösungsvorschläge. In der folgenden internen Feedback-Schlaufe setzten wir uns gründlich damit auseinander und schärften das Anforderungsprofil weiter – oder, um beim Trichterbild zu bleiben, wir engten den Kreis ein.»

 

…zur «Knochenarbeit»

Mehrere solcher Runden – teils wiederum unter Einbezug von Partnern – führten schliesslich zu einem ausgewogenen Grundkonzept, das umgesetzt werden konnte. Und das Resultat überzeugt: «Der Prozess war aufwendig, mit viel ‘Knochenarbeit’ verbunden, aber umso mehr befriedigt mich das Ergebnis. Wir sind sicher, dass unsere Lösung den veränderten Anforderungen der Märkte mehr als gerecht wird. Mit diesem Upgrade kombiniert unser MSP vorbildlich innovative Ansätze mit bewährter Technologie und bildet einen Standard für die kommenden Jahre», so Stenz, der gleichzeitig anmerkt, dass ein Ausruhen keine Option sei: «Wir müssen weiter am Markt aktiv bleiben. Neue Ideen, um das System weiter zu optimieren, liegen auf jeden Fall bereits vor.»

Und wie so oft waren es die kleinen Dinge, die besonders Freude bereiten. Das persönliche Highlight von Victor Stenz war die Entwicklung des neuen Kabelhalter-Clips – ein im Grunde genommen einfaches kleines Kunststoffteil. «Auch hier gingen wir die Extra-Meile: Wir entwickelten rund ein Dutzend Varianten, bis wir schliesslich zu einer funktionell in jeder Beziehung überzeugenden Lösung gelangten. Der Teufel steckt im Detail, heisst es so schön. Genau diese Details entscheiden letztlich über den Erfolg der Montage.»

Das Verbesserungspaket des Montagesystems MSP zeigt, dass echte Produktinnovation nicht aus dem blossen Wunsch nach Neuheit entsteht, sondern aus dem Anspruch, bestehende Lösungen sinnvoll weiterzubringen. Seine Entwicklung dokumentiert eindrucksvoll, wie konsequent gelebte Kundennähe, technische Expertise, ein strukturierter Innovationsprozess sowie Teamarbeit zusammenwirken können. Mit einem klaren Fokus auf Praxistauglichkeit, Wirtschaftlichkeit und die Anforderungen von morgen ist ein System entstanden, das die Arbeit auf dem Dach erleichtert und die Qualität der Installation nachhaltig stärkt. So setzt das Upgrade ein Zeichen dafür, wie Weiterentwicklung im Solarmarkt aussehen kann – pragmatisch, kundennah und zukunftsorientiert.

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* Victor Stenz ist Produktmanager Solarsysteme bei Ernst Schweizer AG