Das Referat von Samuel Schweizer zeigte eindrücklich auf, wie die Ernst Schweizer AG es schafft, auch nach über 100 Jahren nicht in Routine zu erstarren, sondern sich immer wieder neu zu erfinden. Die zentrale Botschaft dabei: Tradition und Innovation sind kein Widerspruch – im Gegenteil. Gerade die lange Geschichte bildet das Fundament für zukunftsgerichtetes Denken und Handeln.

Über die Jahrzehnte hinweg hat das Unternehmen den Metallbau konsequent weiterentwickelt. Eine Reihe von Innovationen belegt diesen Weg exemplarisch: vom ersten Stahlbriefkasten über modulare Systeme und Glasfaltwände bis hin zu hochmodernen Photovoltaiklösungen und digitalen Konfiguratoren. Dahinter steckt stets derselbe Anspruch: Chancen früh erkennen, Kundenbedürfnisse verstehen und Bestehendes kritisch hinterfragen. Besonders hervorzuheben ist die Rolle von Schweizer als Pionier im Bereich Nachhaltigkeit und Solarenergie – ein Engagement, das lange vor dem heutigen Boom begann und bis heute prägend ist.

Innovation entsteht dabei nicht zufällig. Sie basiert auf einer klaren inneren Haltung und einer starken Unternehmenskultur. Führungskräfte geben Orientierung, treffen Entscheidungen und übernehmen Verantwortung. Gleichzeitig setzen die Mitarbeitenden mit Engagement, Leistungsbereitschaft und Zuverlässigkeit die Ideen in die Praxis um. Getragen wird dieses Zusammenspiel von klaren Werten wie Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation, die nicht nur formuliert, sondern im Alltag gelebt werden.

Auch der Generationenwechsel wurde thematisiert. Anstatt ihn als Unsicherheitsfaktor zu sehen, wurde er bewusst als Chance genutzt. Unterschiedliche berufliche Hintergründe und damit verbunden neue Perspektiven treffen auf langjährige Erfahrung – eine Kombination, die Innovation zusätzlich antreibt und frische Impulse ermöglicht.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die konsequente Kundennähe – bei Schweizer auch systematisch in der Produktentwicklung verankert. Im sogenannten «Design-Thinking»-Ansatz steht die Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden im Zentrum. Das Unternehmen hört aktiv zu – sei es bei Partnerbetrieben, im Vertrieb oder direkt auf der Baustelle. Feedback aus der Praxis, Marktimpulse und neue Anforderungen werden gezielt aufgenommen und in die Weiterentwicklung integriert. Daraus ergibt sich ein klar strukturierter Innovationsprozess: zuhören, verstehen, integrieren, definieren, gemeinsam entwickeln, prüfen und schliesslich umsetzen. Dieser iterative Ansatz stellt sicher, dass Ideen nicht an der Realität vorbeigehen, sondern echten Mehrwert schaffen.

Wie sich dieser Ansatz konkret auswirkt, zeigt das Beispiel des weiterentwickelten Photovoltaik-Montagesystems MSP-FR deutlich. Ziel des System-Upgrades war es, das bestehende, bewährte System für Flach- und Gründächer weiter zu optimieren: effizientere Montage, höhere Wirtschaftlichkeit und bessere Anpassung an neue Marktanforderungen. Gleichzeitig bleiben bewährte Stärken erhalten – etwa die einfache Handhabung, die hohe Flexibilität und die durchdachte Vorfertigung. Neue Elemente wie integriertes Kabelmanagement oder optimierte Konstruktionen zeigen, wie Innovation im Detail entsteht.

Am Ende wird klar: Die besten Innovationen entstehen nicht isoliert am Schreibtisch oder im Labor. Sie wachsen dort, wo Erfahrung, Marktfeedback und neue Denkweisen aufeinandertreffen. Entscheidend sind echte Kundennähe, konstruktive Zusammenarbeit und der Mut, bestehende Denkmuster immer wieder zu hinterfragen. Innovation ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein lebendiger, kontinuierlicher Prozess.

 

Das vollständige Referat kann direkt hier als Video angesehen werden: