Von Michael Breuer*

Wenn Besucherinnen und Besucher auf der Intersolar Europe 2026 in München den Messestand der Ernst Schweizer AG betreten, sehen sie leistungsfähige Solarlösungen und erleben ein professionelles Team. Was selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis monatelanger Planung und Abstimmung. Für die Marketingabteilung beginnt die Arbeit für die Messe unmittelbar nach dem Ende der vorherigen. Eine erfolgreiche Messepräsenz basiert nicht zuletzt auf den Erfahrungen und Erkenntnissen der vergangenen Veranstaltung.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Analyse von Geschäftsleitung, Vertrieb, Produktmanagement und Marketing stehen Fragen wie: Welche Produkte und Exponate haben die Besucher besonders interessiert? Wie wurde der Stand wahrgenommen? Wie viele qualifizierte Kontakte konnten gewonnen werden? Welche organisatorischen Herausforderungen gab es? Besonders wertvoll sind dabei die Rückmeldungen des Standteams. Oft ermöglichen kleine Hinweise aus der Praxis entscheidende Verbesserungen – von der Standgestaltung über die Besucherführung bis zur Terminplanung. Alle Learnings fliessen direkt in die Planung für den nächsten Auftritt ein und ermöglichen so einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Für eine Leitmesse wie die Intersolar werden zunächst die grundlegenden Ziele definiert: Welche Strategie und welche kommerziellen Ziele werden verfolgt? Welche Produkte stehen im Mittelpunkt? Welche Botschaften werden transportiert und welche Zielgruppen angesprochen? Daraus leitet sich das Messekonzept ab. Die Marketingabteilung übernimmt dabei die koordinierende Rolle zwischen zahlreichen internen und externen Partnern.

Vom Standkonzept bis zum letzten Detail

Zentral ist die Gestaltung des Messestands. Dabei geht es um weit mehr als Design. Ein guter Stand muss Aufmerksamkeit erzeugen, die Markenwerte vermitteln, die Lösungen und Produkte optimal präsentieren, Gespräche ermöglichen und eine angenehme Aufenthaltsqualität schaffen. In enger Zusammenarbeit mit dem Messebaupartner und Designpartnern entstehen Standkonzepte und Visualisierungen. Dabei müssen technische Anforderungen sowie Auflagen der Messe berücksichtigt werden – von Stromanschlüssen über Netzwerkverbindungen bis hin zu Medientechnik und Beleuchtung. Nachhaltige wiederverwendbare Materialien sowie die Sicherheit beim Bau und Betrieb des Standes spielen ebenfalls eine Rolle. Parallel dazu werden Grafiken, Präsentationen, Broschüren, Give-aways und digitale Inhalte vorbereitet. Alles muss aufeinander abgestimmt und termingerecht produziert und geliefert werden.

Ein erfolgreicher Messeauftritt lebt von den Menschen vor Ort. Somit sind auch die Zusammenstellung und Schulung des Messeteams entscheidend. Bereits einige Wochen vor der Messe werden Einsatzpläne erstellt, Gesprächsleitfäden abgestimmt und wichtige Produktneuheiten intern vorgestellt. Alle Beteiligten sollen die zentralen Botschaften überzeugend vermitteln und Besucherfragen kompetent beantworten können.

Sichtbarkeit beginnt vor dem ersten Messetag

Die Messepräsenz selbst ist nur die Spitze des Eisbergs. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht darin, bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dazu gehören unter anderem Ankündigungen auf der Website, Beiträge in sozialen Medien, Newsletter-Kampagnen, Medienarbeit, Einladungen sowie Terminvereinbarungen mit Kunden und Partnern. Je erfolgreicher diese Vorabkommunikation ausfällt, desto mehr relevante Besucherinnen und Besucher suchen gezielt den Stand auf. Schliesslich gilt es, sich unter mehr als 2’800 Ausstellern und gegenüber über 100’000 Besuchenden sicht- und bemerkbar zu machen.

In den letzten Wochen vor Messebeginn verdichtet sich die Arbeit deutlich. Liefertermine werden überwacht, Druckunterlagen kontrolliert, Zollpapiere ausgefüllt, Reise- und Hotelbuchungen koordiniert sowie die gesamte Logistik organisiert. Gerade in dieser Phase ist eine strukturierte und frühzeitige Planung unerlässlich. Unabdingbar sind auch eine grosse Portion Flexibilität, Spontanität und eine gewisse Hands-on-Mentalität, um aktuelle Herausforderungen und Überraschungen pragmatisch und lösungsorientiert anzugehen.

Die Intersolar ermöglicht wertvolle Einblicke in die Entwicklung des gesamten Solarmarkts. Daher bleibt die Marketingabteilung auch während der Veranstaltung aktiv und beobachtet Kundeninteressen und Besucherzahlen oder führt Abendveranstaltungen durch. Dabei gilt es, die Stimmung und Trends am Markt zu erkennen: Welche Themen bewegen Kunden und Partner, welche Innovationen prägen die Branche?

Selbstverständlich endet die Arbeit nicht, wenn die Messe ihre Tore schliesst: Kundenanfragen müssen bearbeitet, der Stand abgebaut, Material zurücktransportiert, inventarisiert, instand gestellt und eingelagert werden. Abschliessend werden die Leads und Kommunikationsmassnahmen ausgewertet, die Feedbacks aller Beteiligten eingeholt, das Budget abgeschlossen sowie die die gewonnenen Erkenntnisse dokumentiert. Damit schliesst sich der Kreis – und gleichzeitig werden die Grundlagen für die Planung und Optimierung des nächsten Auftritts gelegt.

Erfolg ist planbar

Ein erfolgreicher Messeauftritt ist das Ergebnis sorgfältiger Planung, enger Zusammenarbeit und monatelanger Vorbereitung. Für die Marketingabteilung ist die Intersolar weit mehr als drei Messetage – sie ist ein zentraler Meilenstein im Jahreskalender, bei dem Strategie, Organisation und Kommunikation zusammenkommen. Neue Kontakte, erfolgreiche Gespräche und gestärkte Partnerschaften bilden die Grundlage für nachhaltige Geschäftsbeziehungen.

 

* Michael Breuer ist Co-Fachbereichsleiter Marketing bei der Ernst Schweizer AG