Ein pulverbeschichtetes Bauteil sieht am Tag der Auslieferung immer gut aus. Die eigentliche Bewährungsprobe folgt erst Jahre später – wenn Sonne, Regen, Frost, Temperaturschwankungen und Umweltbelastungen auf die Oberfläche einwirken. Dann zeigt sich, ob die Beschichtung ihre Schutzfunktion dauerhaft und zuverlässig erfüllt und gleichzeitig ihren Farbton behält.

Die Qualität einer Pulverbeschichtung entscheidet sich deshalb nicht erst in der Beschichtungsanlage. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von Material, Vorbehandlung, Beschichtungsprozess, Qualitätskontrolle und dem Know-how der beteiligten Fachleute. Martin Bähni, Leiter des Geschäftsbereichs GB Metall + Oberfläche und Verantwortlicher für die Pulverbeschichtung bei der Ernst Schweizer AG, betont: «Die Oberfläche ist das sichtbare Ergebnis. Die eigentliche Qualität entsteht in zahlreichen Prozessschritten davor und wird oft erst nach vielen Jahren sichtbar, wenn eine Oberfläche noch immer schützt, funktioniert und überzeugt».

Qualität beginnt lange vor dem Farbauftrag

Eine Pulverbeschichtung wird häufig über ihre Optik wahrgenommen. Für ihre Qualität sind jedoch zahlreiche weitere Faktoren entscheidend. Einer der wichtigsten liegt in der Vorbehandlung der Bauteile. Verunreinigungen, Rückstände oder unzureichend vorbereitete Oberflächen können die Haftung beeinträchtigen und die Lebensdauer der Beschichtung verkürzen.

Gerade bei Aluminiumbauteilen, die in anspruchsvollen Architektur- und Fassadenanwendungen eingesetzt werden, kommt der Vorbehandlung eine zentrale Bedeutung zu. Sie bildet die Grundlage für eine dauerhaft widerstandsfähige Oberfläche. «Die Beschichtung selbst macht nur einen Teil des Gesamtsystems aus. Entscheidend ist, dass sämtliche Prozessschritte optimal aufeinander abgestimmt sind», erklärt Martin Bähni.

Die richtige Lösung für den jeweiligen Einsatzort

Nicht jede Beschichtung muss dieselben Anforderungen erfüllen. Ein Bauteil im geschützten Innenbereich ist anderen Belastungen ausgesetzt als eine Fassadenkonstruktion, ein Balkonelement oder eine Gebäudehülle, die jahrzehntelang Wind und Wetter standhalten muss. Deshalb beginnt Qualität bereits bei der Wahl des geeigneten Beschichtungssystems. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Pulverlacke und Qualitätsstufen zum Einsatz – beispielsweise Beschichtungen in Aussenqualität oder hochwetterfeste Systeme für besonders anspruchsvolle Einsatzbedingungen.

Für Martin Bähni ist daher klar: «Planer und Bauherren sollten nicht nur die Optik betrachten, sondern die gesamte Lebensdauer eines Bauteils in den Fokus rücken. Die exakte Definition der Anforderungen zu Beginn eines Projekts ist entscheidend für die spätere Leistungsfähigkeit einer Beschichtung.»

Qualität muss messbar sein

Eine hochwertige Pulverbeschichtung basiert auf klar definierten Prozessen und einer konsequenten Qualitätsüberwachung. In modernen Beschichtungsbetrieben werden deshalb bei jedem Auftrag Schichtdicken, Haftungseigenschaften und Oberflächenqualitäten geprüft. Ziel ist es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und eine gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen. Schweizer verfügt dafür über ein eigenes Prüf- und Testlabor. Dort werden von jeder Charge Rückstellmuster erstellt und während zehn Jahren aufbewahrt. Zudem werden die Beschichtungen laufend kontrolliert und die Prozesse kontinuierlich überwacht. «Wir verlassen uns nicht auf den optischen Eindruck. Qualität muss überprüfbar und reproduzierbar sein. Nur so können wir dauerhaft hohe Standards gewährleisten», unterstreicht Martin Bähni.

Standards schaffen Vertrauen

In der Architektur und im Metallbau haben sich unabhängige Qualitätsstandards als wichtige Orientierung etabliert. Einer der bekanntesten ist QUALICOAT. Diese internationale Qualitätsgemeinschaft definiert Anforderungen an Vorbehandlung, Beschichtungsprozesse, Prüfverfahren und Qualitätssicherung für beschichtete Aluminiumbauteile. Für Planer, Architekten und Bauherren bietet eine solche Zertifizierung die Sicherheit, dass sämtliche Prozessschritte regelmässig überprüft werden und festgelegten Qualitätsanforderungen entsprechen.

Schweizer arbeitet seit Jahrzehnten nach den Vorgaben von QUALICOAT und ist entsprechend zertifiziert. Die zehnjährige Garantie auf ihre Beschichtungen setzt voraus, dass sämtliche Prozesse konsequent beherrscht, dokumentiert und regelmässig überprüft werden.

 

Wenn Farbvielfalt auf Prozesssicherheit trifft

Neben Schutz und Funktion spielt natürlich auch die Gestaltung eine wichtige Rolle. Architektur lebt von Farben, Oberflächen und Materialien. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verfügbarkeit und Termintreue. Eine hohe Prozesskompetenz zeigt sich deshalb auch darin, dass selbst bei grosser Variantenvielfalt eine konstant hohe Qualität gewährleistet werden kann. Martin Bähni verweist auf «über 1’300 Farbtöne, die uns in Hedingen zur Verfügung stehen und für unterschiedlichste Anwendungen eingesetzt werden können – von funktionalen Industriebauten bis zu anspruchsvollen Architekturprojekten. Neben der Anzahl der verfügbaren Farben ist dabei die Fähigkeit entscheidend, unabhängig vom Farbton stets dieselbe Oberflächenqualität sicherzustellen.»

Nachhaltigkeit durch Langlebigkeit

Wenn über Nachhaltigkeit gesprochen wird, stehen meist Materialien, Energieverbrauch oder Recycling im Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist jedoch die Nutzungsdauer von Bauteilen. Darauf weist auch Martin Bähni hin: «Die nachhaltigste Beschichtung ist jene, die ihre Aufgabe über Jahrzehnte zuverlässig erfüllt. Langlebigkeit ist ein wesentlicher Beitrag zur Ressourcenschonung.» Eine hochwertige Pulverbeschichtung schützt Metalloberflächen über viele Jahre hinweg vor Witterungseinflüssen und Korrosion. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Bauteile und der Bedarf an Instandsetzungen oder Ersatzbeschaffungen wird reduziert.

«Unsere internen und externen Kunden vertrauen uns Bauteile an, die oft über Jahrzehnte im Einsatz stehen. Mit einer hochwertigen und langlebigen Beschichtung wollen wir dazu beizutragen, dass sie ihre Funktion über den gesamten Lebenszyklus zuverlässig erfüllen», fasst Martin Bähni das Qualitätsverständnis seines Teams zusammen.